ILAA TIETZ
Details: drei Grazien, Blick/Affe, Kälte/Klima
Details: Bisonherde, Weiß
Detail: drei Grazien
Detail: Computertomografie - eigener Kopf
Detail: Treibjagd
Eine Installation bestehend aus neunmal zwei ehemaligen Dachstuhlbalken, splitternd gebrochen auf eine Länge von 1,50 - 3,50m, im Raum so ausgerichtet, dass sich der Eindruck von im Wasser treibenden Flößen oder Schiffchen ergibt.
Zwischen die Balken sind waagerecht und senkrecht unregelmäßig rechteckig gesägte, bearbeitete Acrylplatten in der Größe von ca. Din A3 - Din A2 eingeklemmt, von unten beleuchtet mit Neonröhren.
Die Abbildungen sind zum Teil Höhlenmalereien und -zeichnungen aus der älteren und mittleren Steinzeit (-30 000 bis -20 000), sowie eigene Skizzen und Fotos:

 

 •  Bison  •  Treibjagd  •  splitternder Balken  •  Drei Grazien
 •  Computertomografie, eigener Kopf  •  Blick / Affe  •  "weiß"  •  Kälte / Klima

 

Die Tiefenzeit ist etwas so Fremdes, dass ich sie nur als Metapher für einen geistigen Zustand begreifen kann. Der Begriff Tiefenzeit ist paläontologisch gesehen hier natürlich falsch, da es dabei um die theoretische Erfassung von Milliarden von Jahren geht. Meine Arbeiten richten sich sinnlich auf meine Wahrnehmung des Kontrastes von heute zu der Zeit, aus der anhand der erhaltenen Kunstwerke schon ein Mensch wie heute gelebt haben muß.
Diesen Kontrast habe ich mit der Spannung zwischen gebrauchtem, natürlich gewachsenem Holz und neuem, synthetisch hergestelltem Acryl versucht zu verdeutlichen. Die aus dem "Archiv" ausgewählten Abbildungen zwischen den Balken sind im Gegensatz zu der faserigen, splitterenden Holzstruktur in ihrer Durchsichtigkeit eine Möglichkeit des "Hineingucken könnens". Sie stellen für mich keine historische Bestandsaufnahme dar, sondern eine Tomographie der Seele, meiner.